22.08.2011
Rund 600 junge Männer haben im Laufe der Jahre ihren Zivildienst beim Caritasverband für den Kreis Unna geleistet – zum 1. August beendete der letzte von ihnen seinen Dienst. Doch obwohl der Wehrersatzdienst nun nicht mehr existiert, wird der Caritasverband jungen Menschen auch weiterhin die Möglichkeit geben, erste Berufserfahrung im sozialen Bereich zu sammeln: im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Mit dem Unnaer Sebastian Jokiel hat nun der erste Freiwillige seine Stelle angetreten.
Eigentlich ist der Unterschied gar nicht so groß. Zumindest nicht für den 21-jährigen Jokiel - für ihn war der Schritt in den Bundesfreiwilligendienst ein leichter; er hätte auch Zivildienst geleistet. „Ich wollte mich auf jeden Fall im sozialen Bereich engagieren“, sagt er. Einen kleinen Unterschied gibt es aber doch, denn die Stelle beim Caritasverband hat der junge Mann sich ganz bewusst ausgesucht. „Ich habe mich gezielt für eine Stelle im Fachbereich Integration und Migration beworben, weil mich die Arbeit mit Migranten ganz besonders interessiert“, berichtet Sebastian Jokiel. Wie groß das Aufgabenfeld ist, weiß der Unnaer bereits nach wenigen Tagen. In seinem Büro in der Höingstraße unterstützt er die Mitarbeiter des Fachbereichs und hilft auch selbst schon bei der Beratungsarbeit mit. „Gestern habe ich einer jungen Frau beim Schreiben einer Bewerbung geholfen“, berichtet er stolz. Doch so unmittelbar kann der junge Mann nicht immer helfen. Wenn etwa Menschen mit unklarem Aufenthaltsstatus in die Beratungsstelle kommen, sind die erfahrenen Fachkräfte gefragt – auch, wenn es um ganz banale Dinge geht. „Die ständige Angst, abgeschoben zu werden ist eine sehr belastende Situation. Der Umgang mit diesen Menschen erfordert viel Fingerspitzengefühl“, sagt Caritas-Abteilungsleiter Ralf Plogmann.
Das zu lernen, hat sich Sebastian Jokiel aber für die kommenden zwölf Monate ganz fest vorgenommen. Die Gelegenheit dazu wird er bekommen, denn beim Caritasverband werden die Freiwilligen fest in alle Abläufe integriert: Sie arbeiten an Projekten mit, nehmen an der Planung und Durchführung von Veranstaltungen teil, entwickeln Bildungsangebote mit und haben ihren festen Platz im Beratungsteam. „Es ist uns wichtig, die jungen Menschen mit einzubeziehen. Die Freiwilligen sind hoch motiviert; für sie ist der Bundesfreiwilligendienst der Einstieg in einen sozialen Beruf, bei dem wir
sie gerne unterstützen“, schildert Plogmann. Neben Sebastian Jokiel beginnen in diesen Tagen auch noch drei weitere Freiwillige ihre Dienstzeit in der St. Vinzenz-Kurzzeitpflege. Im Gegensatz zum Zivildienst steht der Bundesfreiwilligendienst übrigens Männern und Frauen jeden Alters offen. Menschen, die sich für eine Stelle als Freiwilliger interessieren, können sich beim Caritasverband unter der Telefonnummer 02303-251350 über die Einsatzmöglichkeiten informieren.