16.12.2011
Er kommt jeden Tag zu spät zur Morgenbesprechung, lässt sich von den Gästen ständig mit Leckereien verwöhnen und wenn ihm danach ist, springt er auch schon einmal in den Brunnen der St. Vinzenz Kurzzeitpflege. Und trotz dieses unerhörten Benehmens ist Butch wohl eines der das beliebtesten Mitglieder des Pflegeteams der Caritaseinrichtung – denn Butch ist ein Hund. Seit über zwei Jahren begleitet der spanische Podenco Pflegedienstleiterin Heike Mace täglich zur Arbeit und betreut die Gäste in der Pflegeeinrichtung auf seine ganz eigene Art.
Wenn sich in St. Vinzenz eine Tür wie von Geisterhand öffnet, dann betritt in der Regel Butch wenige Sekunden später den Raum. „Sich selbst die Türen zu öffnen war das erste, was er gelernt hat“, sagt Heike Mace, Pflegedienstleitung der St. Vinzenz Kurzzeitpflege, während sie dem großen spanischen Jagdhund liebevoll den Kopf tätschelt. Nach mehr als zwei Jahren im Pflegedienst weiß Butch inzwischen nämlich ganz genau, hinter welcher Tür besonders viele Streicheleinheiten warten. An jedem Morgen dreht der Podenco deshalb auch seine ganz eigene Morgenrunde, tapst durch einen Großteil der Zimmer und begrüßt nacheinander die Gäste der Pflegeeinrichtung.
Meist wird der Hund dabei bereits ungeduldig erwartet. Auch im Zimmer von Brunhild Karow ist Butch ein gern gesehener Gast. „Ich mag Tiere sehr, schon als Kind habe ich mir immer einen Hund gewünscht. Es ist schön, wenn Butch mich besucht“, sagt die 66-Jährige, die seit einigen Wochen Gast in der St. Vinzenz Kurzzeitpflege ist. Für viele bedeutet der Kontakt mit dem Hund aber noch mehr: Butch tröstet, hört zu, lässt sich streicheln und verwöhnen. „Er tut den Menschen einfach gut“, berichtet Heike Mace. Besonders in der Arbeit mit Demenzkranken macht der Hund sich verdient. 
„Menschen, die an Demenz erkrankt sind, fällt es häufig schwer, Kontakte aufzubauen. Mit der Hilfe von Butch bekommen unsere Mitarbeiter wesentlich schneller einen Zugang zu diesen Gästen“, erklärt die Pflegedienstleiterin.
Nach rund zweieinhalb Jahren zieht Heike Mace deshalb auch ein rundum positives Fazit über das „Experiment Butch“. Aus einer spontanen Idee heraus hatte die Leiterin der St. Vinzenz Kurzzeitpflege den Hund damals mit in die Einrichtung gebracht. Der Podenco fühlte sich schnell heimisch, so dass aus anfänglichen Stippvisiten – mit Genehmigung des Gesundheitsamtes – feste Schichtzeiten wurden. Eine eigene Ausbildung zum Therapiehund hat Butch übrigens nicht absolviert. Er weiß instinktiv, dass er mit den Senioren besonders vorsichtig umgehen muss; sein anfänglich ungestümes Verhalten hat der Jagdhund rasch abgelegt. Inzwischen bewegt er sich vollkommen frei in der St. Vinzenz Kurzzeitpflege und genießt seinen Status als heimlicher Star der Einrichtung. Und die Gäste möchten ihren Butch auch nicht mehr missen.